Atemtherapie

Der Atem ist die elementare Lebensfunktion, denn durch sie wird jede Zelle des Organismus mit Sauerstoff versorgt. Nur so ist sie in der Lage, ihre Leistung zu erbringen. Normalerweise machen sich Menschen die Atmung, vor allem eine gesunde Atmung, nicht bewusst.

Atemtherapie © Robert Kneschke - Fotolia.com

Atemtherapie © Robert Kneschke – Fotolia.com

Die Atemtherapie gehört zu den alternativen Heilmethoden. Sie geht davon aus, dass zwischen der Atembewegung und den Körperfunktionen mechanische und nervengesteuerte Wechselwirkungen bestehen. Die Atemtherapie möchte sich die bewusste Atmung zu Nutze machen, um sämtliche Funktionen im Körper zu optimieren. Die Atmung spielt dabei die wichtigste Rolle, denn er ist die Grundvoraussetzung dafür, dass der Mensch überhaupt lebt. Durch die Atmung treten alle menschlichen Organe miteinander in Verbindung. Und obwohl die Atmung unbewusst abläuft, wirkt sie sich auf sämtliche Körperfunktionen aus. Jeder Reiz, ob vom Körperinneren oder von außen ausgelöst, führt zu einer Veränderung der Atmung. Jede Ebene des Organismus kann also durch die Atmung harmonisiert werden.

Wie kann Atemtherapie helfen?

Die Atemtherapie hat einen weitreichenden präventiven Nutzen. Atemarbeit kann als Therapie eingesetzt werden und bei bestimmten Erkrankungen unterstützen. Gezielte Atmung kann als Entspannungstechnik genutzt werden, um Stress zu bewältigen. Sie hilft bei Rücken- und Haltungsschäden, kann psychosomatische Erkrankungen lindern, zu einer besseren Mobilität und zur allgemeinen Vitalisierung beitragen.
Die Atemarbeit hat im asiatischen Raum eine lange Tradition. Auch bei uns wird sie verstärkt eingesetzt, um das Verhältnis des Menschen zwischen seiner Innen- und Außenwelt zu harmonisieren. Die Anforderungen der Industriegesellschaft haben dazu geführt, dass der Mensch seine innere Balance verliert und kein wirklicher Austausch zwischen innen und außen besteht. Genauso hat er verlernt, auf seine innere Stimme zu hören. Die Atmung ist ein kostenloses und höchst effektives Mittel, das innere Gleichgewicht wiederherzustellen, den Körper zu sensibilisieren und zu neuen Kräften zu gelangen.

Mehr Vitalität durch reflektorische Atemtherapie

Die reflektorische Atemtherapie ist Teil eines ganzheitlichen Behandlungskonzeptes, das in den 1920er Jahren entwickelt wurde. Sie diente von Anfang an als Erweiterung der manuellen Stimulierung. Der Atemrhythmus wird dabei in die manuelle Therapie mit einbezogen. Die intuitiven Atemvorgänge bewirken eine bessere Beweglichkeit des Körpers, können die Psyche positiv beeinflussen und somit auch den Schmerz reduzieren. Man kann diese Form der Therapie mit anderen naturheilkundlichen Heilverfahren und auch mit Yoga ausgezeichnet ergänzen.

Wo wird die Atemtherapie eingesetzt?

Die reflektorische Atemtherapie wird erfolgreich in der Inneren Medizin, in der Neurologie und Orthopädie, in der Gynäkologie und Pädiatrie eingesetzt. Selbst die Intensivmedizin nutzt die Erkenntnisse der Atemtherapie. So ist die reflektorische Atemtherapie Teil eines Ausbildungskonzeptes von Krankengymnasten und Physiotherapeuten und ergänzt andere Behandlungstechniken.

Atemtherapie zuhause

Wir alle wissen, dass man in Stresssituationen schnell kurzatmig wird und im wahrsten Sinne des Wortes „nach Luft schnappen muss“. Das vegetative Nervensystem steuert die Atmung, die Atmung kann aber auch umgekehrt das vegetative Nervensystem harmonisieren. Die Atmung beeinflusst sowohl die seelische als auch die körperliche Verfassung. Wer zu flach atmet, trägt dazu bei, dass sein Körper zu wenig Sauerstoff bekommt. Sofort sind Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden beeinträchtigt. Gerade das Gehirn erreicht nicht seine volle Leistungsfähigkeit, man wird müde und schlapp.

Die korrekte Bauch- bzw. Zwerchfellatmung

Das Zwerchfell gehört zur Atemmuskulatur. Erst wer tief einatmet, kann das Zwerchfell auch spüren. Denn bei der tiefen Zwerchfellatmung wölbt es sich nach unten und drückt den Bauch dabei nach vorne. Bei geschulten Therapeuten kann man lernen, seine Atemtechnik so zu verfeinern, dass die Sauerstoffversorgung des ganzen Körpers deutlich verbessert wird. Hierbei nutzt man die richtige Zwerchfellatmung. Krankengymnastikpraxen bieten spezielle Kurse an. Sobald man diese Technik richtig beherrscht, kann man sie zuhause in allen stressigen Situationen anwenden, um dadurch zu mehr Ruhe und Ausgeglichenheit zu kommen.

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