Pumper aus der Antike

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von c4m3L, 11.04.2008.

  1. c4m3L

    c4m3L Handtuchhalter

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    Hi, beschäftige mich grad zur Abivorbereitung mit antiken Plastiken und da lächelt mich grad die Plastik des Doryphoros an und ich Frage mich wie zur Hölle :bash: haben die Sportler es in der Antike geschafft ohne jegliche Fitnessgeräte,Hanteln und Supps so auszusehn, schon krass eigentlich.

    edit by no_pain: bildlink korrigiert
     
  2. AdMan

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  3. #2 no_pain_no_gain, 11.04.2008
    no_pain_no_gain

    no_pain_no_gain MP Kenner

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    Es nennt sich "Fleischmast" und wurde im antiken Griechenland erfunden.

    Quasi die erste grobe Form von ketogener Diät. Die damaligen Ringer und Pankrationkämpfer wurden tatsächlich regelrecht gemästet mit hauptsächlich Fleisch und Schafskäseprodukten. Wer mit dem Begriff der Ketose einigermaßen vertraut ist weiss, dass die relativ massigen und doch sehnig-definierten Darstellungen auf alten Amphoren etc. nicht der Phantasie der Künstler entspringen.
     
  4. delta

    delta Foren Held

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    habe im abi geschichte LK gehabt! und ich kann meinem vorredner nur zustimmen! man geht davon aus, dass die darstellung der männer aus der antike auch zum größten teil der realität entsprach! gerade im bezug auf gladiatoren etc!

    chris
     
  5. #4 Anonymous, 11.04.2008
    Anonymous

    Anonymous Guest

    Ich finde es jetzt nicht so außergewöhnlich, dass es ohne Supplementindustrie unerreichbar wäre. Und schwere Gegenstände zum Heben aufzutreiben bzw. herzustellen ist nun wirklich nicht das Problem. Allerdings sollte man vorsichtig mit Annahmen sein, dass dies Ergebnisse wirklich überlegter Ernährungs- oder Trainingsplanung waren. Die natürliche Auslese war mit Sicherheit noch viel stärker als heute und teilweise sind halt solche Glücksfälle dabei rausgekommen, die zufällig vieles richtig gemacht haben.

    Und was die Entsprechung mit der Realität angeht, finde ich es auch etwas problematisch. Die Fotos von Menschen, die heutzutage auf Zeitschriftencovern abgebildet werden haben nur einen mäßigen Realitätsbezug, ich kann mir kaum vorstellen, dass ikonografische Werke der Antike eine nähere Bild-Referent-Relation aufweisen.

    Nicht nur Fernsehen lügt ... ; )
     
  6. #5 sCar*Face, 11.04.2008
    sCar*Face

    sCar*Face Handtuchhalter

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    ich hab ma gelesen das die skulpturen in der antike nicht immer mit der realitäte überinestimmten. die skulpturen wurden immer extra besser dargestellt z.B. symterie der muskeln, derfiniert und breiter usw.
     
  7. #6 no_pain_no_gain, 11.04.2008
    no_pain_no_gain

    no_pain_no_gain MP Kenner

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    Dass ein natürlicher Körper nicht an die mathematisch genauen Symmetriemaße herankommt wie sie der Künstler in Stein hauen kann ist richtig. Dennoch halte ich es für falsch, daraus den Schluss zu ziehen, dass die gesamte Form den Gehirnen der Bildhauer entsprungen ist. Wie hätte sonst die ultrakorrekte Anatomie der Skelettmuskulatur in diesem frühen Zeitalter zustande kommen sollen?
    Dass der Künstler idealisiert, gehört zu seinem Handwerk, daraus zu schliessen, es hätte keine lebendigen Beispiele dafür gegeben ist für jeden Empiriker zu gewagt und vermutlich auch falsch.

    Der Einwand der natürlichen Auslese geht jedoch gänzlich fehl. Natürlich haben die damaligen Hochleistungssportler einen Trainings- und Ernährungsplan! Es gab zwar keine Forschung auf diesem Gebiet wie heutzutage, aber dennoch wurden die Athleten aus einem reichhaltigen Erfahrungsschatz gewonnen aus der trial-and-error-Methode "getunt". Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass planmäßiges Training und planmäßige Ernährung stattgefunden hat. Allein schon der überlieferte (!) Ausdruck der Fleischmast suggeriert eine geplante Diät. Zudem war Fleisch teuer, und niemals wäre jemand, der nicht mit dem jeweiligen (Kampf-)Sport seinen Lebensunterhalt bestreitet, mit dem Zeug vollgestopft worden.
    Ein berühmter Sportler hatte damals wie heute einen Agenten, Manager, Leibarzt usw. - einzig die kapitalistische Ausprägung war nicht in der heutigen Form vorhanden.
     
  8. c4m3L

    c4m3L Handtuchhalter

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    interesanter Aspekt mit der "Fleischmast" hatte ich noch nie von gehört, bin überrascht über wieviel Wissen die Antiken Grieschen schon verfügten. Doch leider findet man im Internet nichts genaueres über ihr Training :-(
    Ich bin jedenfalls auch der Meinung, dass minimal idealisert wurde, aber dennoch die Skulptur dem realistischen Abbild bestimmt sehr nahe gekommen ist. Zudem finde ich es erstaunlich, dass unser heutiges Schönheitsbild von einem "perfekten Körper" dem Body aus der Antike doch sehr nahe kommt. Er scheint sich in den letzen 2000 Jahren beinahe kaum verändert zu haben. :cool:
     
  9. #8 Anonymous, 11.04.2008
    Anonymous

    Anonymous Guest

    Daher kommt übrigens auch der allseits bekannte Begriff "Adoniskomplex".

    Die Griechen stellten gerade durch Skulpturen ihrer Götter die perfekten Körperproportionen dar. Ein Trainingsprogramm der Athleten damals musst du wohl kaum suchen, das Geheimnis ihres Körpers liegt für mich ganz klar in dem Aufbau mit einer anabolen Diät.
     
  10. #9 Anonymous, 11.04.2008
    Anonymous

    Anonymous Guest

    Ich weiß zwar nicht, von welcher Empirie du in diesem Zusammenhang ausgehen willst - bei Geschichtswissenschaft ist sie im engeren Sinne sowieso nicht möglich. Aber prinzipiell sagst du nichts anderes als ich, du formulierst es nur etwas netter.

    Dass natürliche Auslese stattgefunden hat, steht natürlich außer Frage, denn diese steckt prinzipbedingt in der Sache, damals wie heute. Dass es Planung in Richtung Ernährung und Training gab, will ich auch nicht in Frage stellen, da hab ich mich etwas blöd ausgedrückt. Ich wollte nur unterstellen, dass ein wesentlicher Teil des Erfolges nicht der gezielten Planung zu verdanken war, sondern dem individuellen Glücksfall. Von den Fällen, wo es schief gelaufen ist, erfährt man natürlich nix. Ich will nicht bestreiten, dass es Entwicklung bezüglich des Wissens um sinnvolle Ernährung und Trainingsmethoden gegeben hat, allerdings sind einige Zusammenhänge zu komplex, als dass man sie durch Kausalität bei der Anwendung - die ja ohnehin nur sehr langsam vonstatten geht - ohne das biologische Hintergrundwissen erschließen könnte.

    Dass Fleisch und bestimmte andere Nahrungsmittel einen positiven Einfluss auf den Muskelaufbau hat wird sicherlich bekannt gewesen sein. Allein von dem Ausdruck der "Fleischmast" auf eine ketogene Diät zu schließen finde ich allerdings etwas sehr weit hergeholt. Natürlich besteht an der stelle auch ein sprachliches Problem. Schon weil der Begriff "Mast" ein zu-viel von der entsprechenden Nahrung konnotiert, hat der Ausdruck zumindest eine unpassende Übersetzung hinter sich. Oder er wurde damals schon mit karikativem Anklang benutzt - kann ja auch sein.
     
  11. #10 no_pain_no_gain, 11.04.2008
    no_pain_no_gain

    no_pain_no_gain MP Kenner

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    Da mir durchaus bewusst gewesen ist und ich überdies wörtlich erwähnt habe, dass die (Leistungs-)Ernährung als Wissenschaftsgebiet noch nicht entdeckt worden war, wählte ich meine Formulierung mit Bedacht, die da war: eine erste Form von ketogener Diät.
    Was die Ethymologie des Begriffes der Fleischmast angeht bin ich leider überfragt, auch wenn ich persönlich es bisher in technischem Sinne verstanden habe.
     
  12. #11 Mister M, 11.04.2008
    Mister M

    Mister M Hantelbankwärmer

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    Gibt es zu der Diskussion auch Quellen? Finde das Thema recht interessant :-D
     
  13. AdMan

    Hi
    guck dir mal die passende Kategorie an.

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  14. #12 Spongebob, 11.04.2008
    Spongebob

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    Und wie jeder weiß hat das ganze Fleisch auch ne menge Kreatin welches ein weiterer Faktor wäre.
     
  15. #13 Anonymous, 11.04.2008
    Anonymous

    Anonymous Guest

    Wissenschaftliche Literatur hab ich jetzt so direkt nicht bei der Hand, aber es gibt auch immer wieder Zeitungsartikel, die sich mit dem antiken Sport aktuell auseinandersetzen. Der längste Artikel, den ich so auf anhieb gefunden hab, ist aus der Stuttgarter Zeitung vom 31. Juli 2004.

    Da sind auch ein paar Literaturhinweise: "Rosmarie Günther: Olympia - Kult und Spiele in der Antike. Primus Verlag, 175 Seiten. 19,90 Euro. - Ulrich Sinn: Das antike Olympia - Götter, Spiel und Kunst. C. H. Beck Verlag, 276 Seiten. 29,90 Euro. - Judith Swaddling: Die Olympischen Spiele der Antike. Reclam Verlag, 200 Seiten, 5 Euro. - Michael B. Poliakoff: Kampfsport in der Antike - Das Spiel um Leben und Tod. Patmos Verlag, 260 Seiten. 11,95 Euro. - Michael Siebler: Olympia - Ort der Spiele, Ort der Götter. Klett-Cotta Verlag, 266 Seiten. 25 Euro"

    Scheinen aber eher allgemein gehaltene Werke zu sein, fragwürdig, ob man da genaueres über Ernährung und Training erfährt.

    Ganz nebenbei, zu unserem Thema steht darin im wesentlichen:
    In der taz vom 13.8.2004 findet man einen etwas ausführlicheren Abschnitt bezüglich der Ernährung und vor allem der zeitgenössischen Bewertung - ja, auch damals hatten unseresgleichen es mit Vorurteilen zu tun. ;-)

     
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