Gynäkomastie

Der Begriff Gynäkomastie beschreibt eine gutartige Veränderung des männlichen Brustdrüsengewebes. Es handelt sich um eine Volumenzunahme, die entweder ein- oder beidseitig stattfinden kann. Dabei nimmt die männliche Brust ein typisch weibliches Aussehen an – im Volksmund wird sie daher oftmals als „Männerbusen“ bezeichnet.

Wie entsteht Gynäkomastie?

Genau genommen handelt es sich bei Gynäkomastie nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern vielmehr um ein Symptom, das auf eine zugrunde liegende Störung hinweist. In den meisten Fallen liegt ein hormonelles Ungleichgewicht vor: ein gibt einen Überschuss an Östrogen, dem sogenannten „Frauen-Hormon“.

Östrogene sorgen bei Frauen für die Ausbildung eines typisch weiblichen Körpers: sie regeln den Zyklus, bereiten auf eine mögliche Schwangerschaft vor und bilden sekundäre Geschlechtsmerkmale (wie etwa den Busen) aus.
In einem gesunden Männerkörper ist Östrogen nur in niedrigen Mengen vorhanden, vorherrschend bleibt hier das männliche Sexualhormon Testosteron. Kommt es nun zu einer übermäßigen Erhöhung des Östrogenspiegels, läuft der männliche Körper Gefahr, ein weibliches Aussehen anzunehmen: die Fettverteilung verändert sich und die Brust beginnt zu wachsen. Gynäkomastie ist die Folge.

Gynäkomastie © ladahunt - Fotolia.com

Gynäkomastie © ladahunt – Fotolia.com

Warum steigt der Östrogenspiegel?

Der Anstieg des Östrogenspiegels kann verschiedene Ursachen haben.

Während der Pubertät unterliegt der Körper vielen Veränderungen, daher gerät der hormonelle Status oft durcheinander und wird unausgewogen. Als Folge dessen bilden sich ungewöhnlich viele Hormonvorstufen zu Östrogen aus. Dieser Vorgang ist jedoch temporär und bildet sich mit Abschluss der Pubertät wieder zurück.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist Übergewicht. Fettzellen und Östrogenspiegel beeinflussen sich wechselseitig, wodurch ein Teufelskreis entsteht: die Fettzellen erhöhen den Östrogenspiegel, Östrogen wiederum begünstigt die Einlagerung von Fett. Betroffen sind hiervon in erster Linie stark übergewichtige (adipöse) und ältere Männer.

Auch der Einsatz von Anabolika, von dem vor allem Kraftsportler betroffen sind, begünstigt das Auftreten des Männerbusens. Durch Anabolika steigt zwar der Testosteronspiegel enorm, gleichzeitig erhöht sich aber auch das körpereigene Östrogen.

Welche Ursachen kann Gynäkomastie außerdem haben?

Ein Überschuss an Östrogen ist zwar die häufigste, nicht aber die einzige Ursache für Gynäkomastie. Weitere mögliche Ursachen sind: chronische Erkrankungen der Leber, die Einnahme bestimmter Medikamente, Gendefekte und leider auch Krebserkrankungen.

Wie wird Gynäkomastie behandelt?

Zu Beginn sollte immer ein Arztbesuch stehen! Um Gynäkomastie effektiv behandeln zu können, muss die genaue Ursache festgestellt werden. Hier gilt es vor allem, eine bösartige Erkrankung auszuschließen.

Die Therapie der Gynäkomastie richtet sich nach der jeweiligen Grunderkrankung. Da Gynäkomastie in den meisten Fällen von einem zu hohen Östrogenspiegel verursacht wird, erfolgt dementsprechend eine Hormontherapie. Ausschließlich chirurgische Verfahren sind hingegen nicht zielführend, weil dadurch die verursachende Krankheit bestehen bleibt.

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