Therme

Im Römischen Reich nannte man Badehäuser Thermen. Sie waren öffentlich zugänglich und bis zum ersten Jahrhundert n. Chr. weit verbreitet. Allein in Rom gab es zu dieser Zeit elf öffentliche und über 850 private Thermen. Die römischen Bäder entwickelten sich aus den griechischen Badehäusern, die bereits zuvor existierten. In der römischen Antike war das Bad fester Bestandteil des Tagesablaufes, fast schon ein Ritual und als Teil des sozialen Lebens von großer Bedeutung. Bäder dienten nicht in erster Linie der Körperreinigung, sondern der Entspannung und der Kommunikation.

Therme © fotoali - Fotolia.com

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Thermen heute – Freizeittempel mit vielen Funktionen

Auch moderne, komfortabel ausgestattete Thermalbäder sind Orte der Entspannung und des Genusses. Sie dienen heute genau wie einst weniger der Reinigung als dazu, Abstand vom Alltag zu gewinnen und der Hektik zu entfliehen. Man kann sich hier nicht nur im warmen Thermalwasser aufhalten, sondern auch zahlreiche Wellnessdienstleistungen in Anspruch nehmen. Dazu gehören Massagen, Gymnastik, aber auch allgemeine Schönheitspflege wie Gesichtsbehandlungen oder Maniküre.
Heute wie damals sind öffentliche Thermen prächtig und großzügig gestaltet. Sie haben Wandelgänge, Schwimmbäder und Gymnastikräume. Die innenarchitektonische Ausgestaltung ist so anspruchsvoll, dass man sie vielfach als luxuriös bezeichnen kann. Nicht selten sind direkt Komforthotels angeschlossen, in denen man ein paar angenehme Wellnesstage, natürlich mit Nutzung der Therme, verbringen kann.

Typische Eigenschaften von Thermalwasser

Thermalwasser ist deutlich wärmer als das umgebende Grundwasser und hat nachgewiesene Heilkräfte. So dürfen in Deutschland nur solche Quellen als Thermalquellen bezeichnet werden, die am Austrittsort über 20 °C warm sind. Thermalquellen findet man vor allem dort, wo Vulkane aktiv sind oder sich das Wasser durch Zirkulation im Erdinneren erwärmt. Die heißeste Quelle Europas ist 107 °C heiß, andere natürliche Quellen in Karlsbad, Wiesbaden oder Baden-Baden haben Temperaturen zwischen 50 und 70 °C. Wenn das Wasser an die Erdoberfläche steigt, werden meistens auch Gase wie Schwefelgas oder Kohlendioxid frei.

Die Heilkraft von Thermalwasser

Thermalquellen haben therapeutisch nützliche Eigenschaften. Denn Thermalwasser besitzt eine Vielzahl gelöste Mineralien, wesentlich mehr, als kalte Quellen. Schon die Indianer Nordamerikas kannten die wohltuende Wirkung von warmen Quellen und nutzten sie bereits vor 10.000 Jahren für Heilzwecke. Heilbäder, deren touristischer Beliebtheit engen mit ihren Thermalquellen verknüpft ist, haben sich in der Regel die heilende Wirkung des Wassers durch wissenschaftliche Institute belegen lassen. Viele dieser Thermalquellen sind schwefelhaltig. Schwefel ist seit Jahrhunderten als Heilmittel bei Rheuma und Schmerzen bekannt. Kurmittel hat Schwefel eine entzündungshemmende Wirkung und hilft bei zahlreichen Erkrankungen des Bewegungsapparates. Schwefel Heilquellen werden auch zur Behandlung von Hauterkrankungen, Weichteilerheumatismus oder zur Therapie nach Operationen eingesetzt.

Moderne Thermen als Wellnesscenter

In modernen Thermalbädern findet man ausgedehnte Badelandschaften und Saunawelten. Häufig sind bis zu 10 Pools, Massage- und Sprudelbecken in die Badelandschaft integriert. Die Saunabereiche glänzen mit Biosaunen, römischem Dampfbad, finnischen Saunen in unterschiedlichen Temperaturen oder orientalischen Saunen – es gibt unendlich viele Möglichkeiten, auf angenehme Weise zum Schwitzen zu kommen.
Die Konzepte dieser Thermen bieten nicht nur weitläufige Innen- und Außenbereiche, sondern auch Panoramazonen mit herrlichem Blick auf die Natur. Der Aufenthalt im Thermalbad ist ein sinnliches Erlebnis, das belebt und gleichzeitig entspannt. In manchen kann man sogar nach römischer Badetradition baden. Ein Tag in einem Thermalbad ist wie ein richtiger Urlaubstag.

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